Wichtig zu wissen, damit Training klappt

Allgemein

Wenn – Dann

Bei einem Waldspaziergang ist mir etwas klar geworden.

Ace liebt es, am Wegrand durch das trockene Laub zu laufen, sie vergisst die Welt um sich herum, wenn sie über Äste klettern kann, unter Baumstämmen durchkrabbeln und in Gräben rumwuseln darf.

Dabei passiert es unweigerlich, dass ihr trockene Zweige, Laub und auch Kletten im Fell hängen bleiben. Das wiederum kann sie absolut nicht leiden und ist im Anschluss minutenlang damit beschäftigt, sich die Störenfriede wieder aus dem Fell zu putzen.

Eigentlich, als logisch denkendes Lebewesen, sollte man doch meinen, wenn sie die Dinge in ihrem Fell so störend empfindet, dann sollte sie doch wissen, dass sie auf dem Weg bleiben kann.

Aber:

Unsere Hunde haben nicht das Denken

„Wenn – Dann“

„Wenn ich das Geschirr nicht anziehe – dann kann ich nicht Gassi gehen.“

„Wenn ich zu der interessanten Schnüffelstelle möchte – dann ziehe ich an der Leine.“

„Wenn ich dem Hasen hinterher laufe – dann bekomme ich Ärger“

 

Hunde wissen nur, was im Moment für sie wichtig ist.

Für manche Hunde ist das Geschirr anziehen blöd – also wollen sie das nicht.

Die Schnüffelstelle da vorne ist ihnen im Moment sehr wichtig – deshalb wollen sie dort hin.

Den Hasen jagen liegt ihnen im Blut – sie folgen ihren Instinkten.

Für Ace ist es wichtig, im Unterholz herum zu laufen –  also steht das für sie an erster und einziger Stelle!

 

Ich kann ihr aber helfen, eine Alternative dazu zu finden. So hat sie Beides, nämlich das herumsuchen im Gestrüpp und ein sauberes Fell.

 

Und da liegt meine Aufgabe:

Zunächst muss ich herausfinden, warum macht sie das so gerne?

Ist es das schnüffeln an sich?

Ist es die Herausforderung, etwas abseits von mir ein kleines „Abenteuer“ zu erleben?

Möchte sie einfach mal für ein paar Minuten alleine, ohne mich und die beiden anderen Hunde, etwas ganz nur für sich tun?

Vielleicht ist es aber auch die Aufgabe, den Weg zu uns zurück zu finden?

Wir haben auf unseren Runden ein paar Stellen, wo kein Durchkommen ist. Oft wirklich nur einen Meter weiter als der Punkt, an dem sie den Weg verlassen hat. Und der Stolz steht ihr ins Gesicht geschrieben, wenn sie eine Lösung gefunden hat, wie sie wieder zu uns stoßen kann.

Nur kurz zur Info: Ace jagt nicht, sie geht auch nicht ewig weit in den Wald hinein und zur Brut- und Setzzeit sind meine Hunde sowieso an der Schlepp! Also nicht, dass jemand denkt, ich lasse Ace ohne Rücksicht auf Verluste und herrenlos im Wald stromern!

Aber zurück zu meiner Aufgabe:

Für Ace bin ich zu dem Schluss gekommen, es ist eine Mischung aus all den angeführten Punkten.

Die Alternative dazu ist: ich habe mir ein paar Spiele ausgedacht, die einen Großteil ihrer Bedürfnisse abdecken.

  • ich streue den Hunden eine Handvoll Leckerchen ins Gras oder zwischen herumliegenden Ästen. So können sie suchen, müssen auch mal die Beine ein wenig sortieren, um über die Äste zu kommen, aber sie müssen auch ihren Kopf gebrauchen um an Leckerchen zu kommen, die tief in ein Grasbüschel gerutscht sind.
  • Wenn wir im Wald an ein paar gefällten Bäumen vorbeikommen, die nebeneinander liegen, werfe ich ein Spielzeug über diese Baumstämme hinweg und die Hunde dürfen dieses dann auf der anderen Seite der Stämme suchen.
  • Oder es liegen einige Stammabschnitte herum. Dann versuchen wir, über so viele Abschnitte wie möglich zu balancieren, ohne zwischendrin den Boden zu berühren.

Und die Moral von der Geschicht: dadurch, dass ich Ace auf diese Weise bedürfnisorientiert beschäftige, hat sie nur noch selten das Verlangen, ihre eigenen Wege zu gehen!

 

Wie bereits erwähnt,

für Hunde gibt es den Gedankengang

Wenn – Dann

nicht!

Hunde leben und denken im Moment!

Im Hier und Jetzt!

 

Und genau darauf basiert unser Training

Wenn wir ein Verhalten unseres Hundes nicht haben möchten, müssen wir ihm Alternativen dazu bieten! Alternativen, die dem Grund für sein Handeln entsprechen.

Und diese Alternativen (oder auch Belohnungen) müssen wir zuverlässig und regelmäßig bieten. Denn das Bedürfnis unseres Hundes bleibt das Gleiche, wir müssen nur Wege finden und gehen, dieses Bedürfnis in, aus unserer Sicht, gewünschte Bahnen zu lenken.

 

Ihr wollt mehr zum Thema positivem Training erfahren? Dann kommt in unsere Trainingsgruppe!

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Bei Sprich Hund erfahrt ihr mehr über die Körpersprache eures Hundes, was wiederum dazu führen kann, die Beweggründe für sein Verhalten besser zu verstehen!

http://sprichhund.de/

 

Autorin Birgit Fey

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