Körpersprache zum MITMACHEN! Teil 2 – Offensives Drohverhalten

Körpersprache

Weiter geht es mit unserer kleinen Reihe zum Thema Körpersprache! Wer Teil 1 noch nicht kennt, den findet ihr HIER!

In Teil 2 geht es nun darum, wie dein Hund deutlich ausdrückt, dass er etwas nicht möchte und bereit dazu ist, das auch durchzusetzen. Auf der Zeichnung seht ihr einen offensiv drohenden Hund, wo wirklich alle Ausdrucksstrukturen nach vorne/oben gehen.

Nach vorne/oben, fragst du dich jetzt?? Ja, genau. Stell dir Pfeile an deinem Hund vor. Umso mehr Körperteile nach vorne/oben gehen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Hund nach vorne gehen wird. Lies dazu auch gerne diesen Artikel Die Sache mit den Pfeilen.

Schauen wir uns den offensiv drohenden Hund aber einmal genauer an:
Er hebt seine Lefzen, dabei werden – durch die nach vorne geschobenen Mundwinkel – seine vorderen Zähne sichtbar, der Nasenrücken „kräuselt“ sich. Der Kopf ist angehoben, die Ohren sind nach vorne gerichtet, der Blick ruht auf dem Auslöser und die Körperachse ist frontal darauf ausgerichtet. Der Körperschwerpunkt geht nach vorne, die Beine sind durchgedrückt und die Rute ist hoch erhoben.
Wird in diesem Zusammenhang geknurrt, ist das Knurren meist tief und geräuschhaft.

Aber warum droht der Hund so? Erstmal wird dem Gegenüber durch dieses offensive Erscheinungsbild gezeigt, dass eine Bereitschaft zur aggressiven Auseinandersetzung vorhanden ist. Es wirkt imponierend und soll das Gegenüber erstmal auf Distanz halten, ggf. sogar vertreiben. Steigt die Angriffstendenz, senken sich Kopf und Rute ab und bilden eine Linie mit der Wirbelsäule. Nun kann ein langsames „Anschleichen“ folgen.

Beobachten kann man dies z.B. in Hundebegegnungen, wenn sich 2 Hunde annähern – dann oftmals mit geschlossenem Fang, ohne gebleckte Zähne. Aber was sagt diese Annäherung aus? Sagt der Hund dadurch „Komm her und du kriegst die Lektion deines Lebens?“ Ist denkbar, aber in den meisten Fällen gehen solche Begegnungen ohne ernsthaftes Aggressionsverhalten aus. Deswegen liegt die Vermutung nahe, dass das Drohverhalten auch eine regulierende Funktion auf die Annäherung hat.
Es signalisiert dem entgegenkommenden Hund: „hey, komm langsamer oder nicht so direkt auf mich zu“. Wir sollten aber bei solchen Begegnungen definitiv ein Auge drauf haben und unserem Hund helfen, freundlicheres Verhalten zeigen zu können. Das schaffen wir z.B., wenn wir die Situation so gestalten, dass sie für unseren Hund angenehmer wird.

In der Verteidigung um eine Ressource – wie z.B. ein leckerer Knochen – sieht man auch offensives Drohverhalten. Dabei wird dann meist auch noch der Kopf über die Ressource gehalten und der Hund signalisiert so dem Anderen, dass er bereit ist, zu verteidigen, was ihm gerade wichtig ist.
Sieht der Hund seine Ressource bedroht, wenn sich ein Mensch nähert, sieht man meist defensives Drohverhalten, weil der Hund sich in der Regel dem Menschen unterlegen fühlt. Trotzdem besteht natürlich immer die Gefahr eines Angriffs und das Drohverhalten des Hundes sollte sehr ernst genommen werden. Auf defensives Drohverhalten gehen wir zu einem späteren Zeitpunkt ein.

In allen Fällen, wo Drohverhalten gezeigt wird, sollte man sich bewusst machen, dass das eigene Handeln zur Eskalation beitragen kann. Ein Hund, der ernsthaft droht, kann durch Hinzufügen von unangenehmen Reizen (Schimpfen, ebenfalls eine drohende Haltung einnehmen, Schreckreizen….) gezwungen sein, seine Drohung wahrzumachen.

Aber jetzt zurück zu dir! Beschreibe doch mal Situationen, wo du Drohverhalten beobachtest hast. Gibt es Situationen, wo dein Hund droht, aber vielleicht ganz anders aussieht wie auf dem Bild oben? Wie verhältst du dich in solchen Situationen? Und was denkst du, warum droht dein Hund überhaupt? Weltherrschaft? Unsicherheit? Oder einfach nur Kommunikation?

 

Autorin: Christiane Jacobs – sprichhund.de

 

3 thoughts on “Körpersprache zum MITMACHEN! Teil 2 – Offensives Drohverhalten

  1. Meine Hündin aussie Schäfer labbi mix bald 3 Jahre kommuniziert so bei Hunde Begegnungen oder wenn sie allgemein erregt durch Katzen in der Umgebung z.b

    Generell kommt aber keine Aggression bei ihr dazu außer bei einer Hündin die sie absolut nicht mag weil sie als Welpe gezwickt worden ist.

  2. Unser Ben jetzt fünf Jahre alt reagiert bei Hundebegegnungen so .
    Und ich bekomme ihn ganz ganz schlecht aus diesem Modus raus .Sorry ich habe vergessen was er für eine Rasse ist .Auch Schäferhund Labrador Mix .
    Ich habe schon fast alles ausprobiert .
    D.h drehen , Leckerli ,Klipsen
    Meistens und es passt versuche ich viel Platz zu lassen .

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