DEIN HUND FLETSCHT DIE ZÄHNE! DARF DER DAS???

Allgemein

Weiter geht es mit unserer kleinen Reihe zum Thema Körpersprache beim Hund! In Teil 3 unserer Körpersprach-Serie geht es nun um defensive Aggression – gerne auch als Angst-Aggression bezeichnet.

Im realen Leben schrecken wir in der Regel zurück, wenn wir auf so einen Hund treffen. Meistens nehmen wir in dem Moment nur die fletschenden Zähne, fliegende Spucke und die meist Angst machenden Bell-/Knurrlaute wahr. Schnell wird Besitzern solcher Hunde von Mitmenschen vermittelt, dass ihr Hund böse ist und mal ordentlich erzogen gehört.

Schauen wir uns die Zeichnung oben mal an. Was sagt uns die Körpersprache über den Hund? Im letzten Artikel kam ja schon der Hinweis mit den Pfeilen. Wie sieht es hier nun aus? Wohin zeigen die meisten Pfeile?

Er hebt seine Lefzen, dabei werden – durch die nach hinten gezogenen Mundwinkel, seine Zähne sichtbar. Der Kopf ist unterhalb der Rückenlinie abgesenkt, die Ohren sind nach hinten gerichtet, die Augen sind Mandelförmig vergrößert und man sieht oft Weißes drum herum. Der Körperschwerpunkt geht nach hinten, die Beine sind eingeknickt und die Rute ist zwischen die Hinterläufe gekniffen.
Werden in diesem Zusammenhang Lautäußerungen gemacht, sind diese oft sehr hochtönig.

Wie man sieht, es weisen ganz viele Ausdrucksstrukturen nach hinten/unten. Ein Indiz dafür, dass der Hund eine Distanzvergrößerung möchte und die durch Weggehen erreichen möchte. Aber warum geht er dann schnappend, knurrend und Zähnefletschend nach vorne??

Weil er sich bedroht fühlt und nicht möchte, dass das, was er als bedrohlich empfindet, näher kommt. Manchmal ist er dabei in eine Ecke gedrängt und kann wirklich nur noch nach vorne. Aber es gibt auch Hunde die so reagieren, wenn sie nicht mit dem Rücken an der Wand stehen. Das sind die Hunde, die in der Vergangenheit gelernt haben, dass ihnen weggehen oder deeskalierende Signale NICHTS bringen. Das heißt, sie haben gelernt, dass die einzige Strategie, die sie ans Ziel bringt – nämlich die Bedrohung verschwindet – nach vorne gehen und angreifen ist.

Dass das kein schönes Gefühlt ist und keinen Spaß macht, kannst du sicherlich nachvollziehen. Denn meistens ist die Emotion hinter dem Wunsch nach Distanzvergrößerung Angst.

Zeigt ein Hund solch Verhalten, muss man sich klar machen, dass der Hund es sehr ernst meint. Er fühlt sich bedroht und will seine Haut retten. Es kann dir also passieren, dass so ein Hund auch irgendwann zu beißt, auch wenn er das bisher nie gemacht hat. Anders als bei einem offensiv drohenden Hund, der sich in der Regel zurücknimmt, wenn das Gegenüber deeskaliert und Abstand aufbaut, ist der defensiv drohende Hund so „im Tunnel“, dass er sehr reaktiv handelt und nicht mehr klar denken kann. Es kann also gut sein, dass er auch noch nachsetzt, wenn der andere sich abwendet und weggeht.

Aber jetzt die Frage: Darf der Hund sich so verhalten? Darf er die Zähne fletschen und nach vorne gehen?

Als erstes vorweg: Es darf keiner gefährdet oder verletzt werden durch unsere Hunde.

Oberstes Gebot – IMMER!

Deswegen gilt das nach vorne gehen und schnappen als unerwünschtes Verhalten. Der Hund ist aber trotzdem nicht böse.

Ganz im Gegenteil, er braucht dringend Hilfe. Es ist unsere Aufgabe, diesen Hunden zu zeigen, dass es bessere Verhaltensweisen gibt, als nach vorne gehen, um den Abstand zu bekommen, den er braucht. Wir können ihm helfen, mit seinen Ängsten umzugehen und sie Stück für Stück abbauen – bis er dieses unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigen muss.

Auch in diesem Teil freu ich mich, wenn du mitmachst! Beschreibe doch mal Situationen, wo du defensives Drohverhalten beobachtest hast. Gibt es Situationen, wo dein Hund so droht, aber vielleicht die Rute nicht eingekniffen hat? Wie genau sieht er aus in den Situationen? Beschreib doch mal!

 

Autorin: Christiane Jacobs – sprichhund.de

 

2 thoughts on “DEIN HUND FLETSCHT DIE ZÄHNE! DARF DER DAS???

  1. Hallo,
    der Hund in der Zeichnung könnte mein Hund sein. Er kommt aus Griechenland und war ca 6 Monate alt als er vor drei Jahren zu uns kam.
    Er flippt dann so aus, wenn jemand unbekanntes zu uns in die Wohnung kommt. In sein sicheres Reich! Jemand den er kennt wird freudig begrüßt.
    Wir benutzen dann einen Maulkorb. Wenn derjenige dann öfters erscheint Halsband und Leine. Es ist nicht einfach für uns und stressig für unseren Hund aber es geht. Einen Käfig als sicheren Rückzugsort hat er natürlich auch.

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