Körpersprachlich Blockieren - warum es nicht gut ist!

Artikelserie „Strafen“ Teil 1 Blockieren

Strafen

Teil 1 „Blockieren“

 

 

 

Warum ist Blockieren eine Strafe?

In Wikipedia ist Strafe folgendesmaßen definiert:

Die Strafe ist eine Sanktion gegenüber einem bestimmten Verhalten,  (…) das als Unrecht bzw. als (in der konkreten Situation) unangemessen qualifiziert wird.“

 

Mit dem Blockieren sanktionieren wir das Verhalten unseres Hundes in bestimmten Situationen, also eine Strafe, auch wenn es sich nicht um körperliche Gewalt im herkömmlichen Sinne handelt.

Was ist „Blockieren“?

Damit ist gemeint, den Hund durch unseren Körper daran zu hindern irgendwohin zu gehen. Aber auch, auf ihn zu zugehen und ihn wegdrängen, wenn er etwas tut, was wir als Unerwünscht ansehen.
Ihn also daran hindern, etwas, für ihn in dem Moment Wichtigem, zu tun.

Da es immer unangenehm ist, wenn sich jemand in den eigenen Weg stellt, um ein Verhalten zu verhindern, ist blockieren eine „positive Strafe“, denn etwas Unangenehmes wird der Situation hinzugefügt.

Blockieren wird in vielen Hundeschulen „empfohlen“, wenn der Hund an der Leine zieht, wenn er in einen Raum möchte, den er nicht betreten soll, wenn er vor uns zur Tür hinausgehen will. Wenn er an uns hochspringt, in die Leine beißt oder andere Übersprunghandlungen zeigt, wird auch oft geraten, den Hund körperlich zurück zu drängen. Aber auch, wenn er irgendwohin will, wo er nicht hingehen soll. Fremder Hund, fremde Menschen zum Beispiel.

Da Hunde in ihrer Kommunikation auch mal die sogenannte „T-Stellung“ einnehmen, also dem anderen Hund den Weg versperren, wird das Blockieren gerne als „hündische Ausdrucksweise“ deklariert und somit als „natürlich“ oder „das machen Hunde unter einander auch so“ für „gut“ befunden.

(Die Themen „Rudelverhalten“ „Alphatier“, „Übersprunghandlungen“ „Hundesprache“ und „Stress“ werden in weiteren Artikeln genauer besprochen)

Welche Gefühle und Emotionen lösen die verschiedenen Situationen und das Blockiert werden bei dem Hund aus?

Enttäuschung, Ungeduld, Angst vor dem eigenen Besitzer, Angst überhaupt noch etwas zu tun und daraus resultierend, immer mehr Unsicherheiten auch im Alltag, Frust und ja, wohl auch Wut.

Aber, welche Emotionen lösen sie bei uns aus?

Ungeduld und Enttäuschung, genau wie bei dem Hund, allerdings aus anderen Gründen. Ein „was sollen die Leute denken, wenn mein Hund immer seinen Willen bekommt?“, Ein schlechtes Gewissen, denn da scheint etwas in der Erziehung schief gelaufen zu sein. Und vielleicht auch ein gewisses Maß an Macht, immerhin haben wir die „Macht“ unseren Hund an etwas zu hindern. Vielleicht aber auch, je nach Situation, Erleichterung, da wir Schlimmeres verhindern konntet.

Irgendwie eine Ausgangslage die für keinen von uns befriedigend ist.

Zumal das ganze Blockieren auf Dauer keine Lösung ist, denn der Hund hat dadurch immer noch nicht gelernt, an lockerer Leine zu laufen. Er weiß immer noch nicht, wie er sich richtig verhalten soll, wenn ein anderer Hund kommt. Er weiß immer noch nicht, wie er uns mitteilen kann, dass ihm die momentane Situation einfach zu viel ist, Er versteht die Welt nicht mehr, warum er nicht zuerst zur Tür hinausgehen darf oder dass ein Raum für ihn tabu ist. Aber eines lernt er dadurch: wir sehen seine Bedürfnisse nicht, wir ignorieren seine Gefühle. Wir sind nicht Achtsam auf seine Emotionen.

Was wäre denn nun der richtige, bessere Weg?

Achtsamkeit, Geduld und freundliches Training sind einige der Schlüsselworte.

Alle der oben genannten Situationen lassen sich durch Beobachten des Hundes, lesen seiner Körpersprache, verhindern von unschönen Situationen, vielleicht auch ändern des Tagesablaufes, so wie positivem Training, verhindern, bessern und zu einem Miteinander und nicht Nebeneinander oder gar Gegeneinander, bringen.

Hört sich nach einem langen, beschwerlichen Weg an.

Lang ist er, keine Frage! Aber beschwerlich? Nein!

Er erfordert lediglich ein Umdenken und auf sein eigenes Bauchgefühl hören!

Schauen wir noch einmal auf die Gefühle und Emotionen.

Wie wirken sie sich dann aus?

Der Hund nimmt wahr, dass seine Bedürfnisse erkannt werden, er darf lernen, was wir von ihm wünschen, Frust und Wut kommen gar nicht erst auf.

Mit anderen Worten: er fühlt sich sicher und geborgen in unserer Nähe!

Wir wiederum sind stolz auf einen Hund, der freudig an unserer Seite läuft. Wir sind dankbar über das Erreichte. Das Gerede der Leute interessiert uns nicht mehr, im Gegenteil, sie gucken voller Wohlwollen auf uns und unseren Begleiter.

Ist das nicht ein schönes Ziel?

Fragen zum Training an und in den verschiedenen Situation können gerne in der kostenlosen Facebook Gruppe  „Training für Mensch und Hund“ gestellt und erläutert werden.

 

Autorin Birgit Fey

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