Artikelserie Strafen Teil 3 – Starkzwangmittel

Strafen

Jeder, der seinen Hund als fühlendes Lebewesen betrachtet, wird nie, nie, niemals so etwas nutzen!! Allein der Name sagt doch schon alles aus!

Also, Kapital abgehakt, auf zum nächsten!

STOP!!!

Ist sich wirklich jeder bewusst, was alles unter diese Kategorie fällt? Und warum?

 

Würgehalsbänder, egal ob mit oder ohne Stopp, und Retriever- und Moxonleinen zählen dazu, sollen der Leinenführigkeit dienen.

Was bewirken sie im Einsatz? Wie der Name schon sagt, stellt sich ein Würgeeffekt ein, sobald der Hund zieht. Meistens sind diese Halsbänder auch noch sehr dünn oder aus Ketten, so dass der Würgeeffekt noch stärker vorhanden ist.

Ganz abgesehen davon, dass wir unserem Hund damit im wahrsten Sinne die Luft abschnüren, befinden sich im Halsbereich wichtige Organe, wie beispielsweise der Kehlkopf, die Schilddrüse, die Halswirbelsäule, die Luftröhre, das Zungenbein, um nur einige zu nennen.

All diese Organe haben eine wichtige Funktion und können bei starkem Zug geschädigt werden!

 

Stachelhalsbänder. Klar Stachelhalsbänder, da sind wir uns einig! Aber geben wir dem Kind einen anderen Namen, und schon wird der Eine oder Andere unsicher.

Im Handel sind diese Dinger unter so freundlichen Namen wie „Korallenhalsband“ oder „Dressurhalsband“ erhältlich.

Dann können die ja doch nicht so schlimm sein, wie es der Name „Stachelhalsband“ vermittelt.

Doch, sind sie!

Das Halsband wird so angelegt, dass die Stacheln (und es sind wirklich Stacheln) am Hundehals anliegen und sich in die Haut bohren, wenn der Hund an der Leine zieht!

Bei Hunden mit viel Unterwolle puffert diese die Wirkung eventuell ein wenig ab, so dass es nicht gleich und bei jedem Zug zu Verletzungen kommen muss.

Hunde mit wenig oder gar keiner Unterwolle sind schlicht einem Martyrium ausgesetzt.

Elektroschocker oder auch als Teletakgeräte bekannt, sind kleine Kästchen, die am Halsband des Hundes befestigt werden.

Sie sollen den Hund vom Jagen abhalten.

Durch eine Fernsteuerung kann der Hundehalter seinem Hund auf weite Entfernung einen Stromschlag versetzten und ihn so vom unerwünschten Verhalten abhalten.

Das Gleiche gilt für Sprühhalsbänder, die auch unter der Bezeichnung „Antibell-Halsband“ bekannt sind. Hier soll ein Sprühnebel den Hund für sein unerwünschtes Verhalten erschrecken und ihn so vom Bellen abhalten.

Oft werden diese „Erziehungshilfen“ aus reiner Hilflosigkeit empfohlen und/oder angewandt.

Wenn man nicht mehr weiß, wie man den Hund vom Ziehen abhalten kann, weil man vielleicht schon mehrfach auf dem Hosenboden gelandet ist oder selber schon verletzt wurde.

Wie man es bewerkstelligt, dass der Hund nicht mehr jagen geht. Immerhin kann er bei diesen Ausflügen ja auch mal auf die Straße rennen oder einem Jäger vor die Flinte! Abgesehen davon ist es für das Reh auch keine schöne Erfahrung, von einem Hund gehetzt zu werden!

Wenn die Nachbarn sich beschweren, weil der Hund bei jedem Besuch ein Bellkonzert veranstaltet und der Vermieter schon mit Kündigung droht!

 

Aber seien wir doch mal ehrlich, wenn ein mittelgroßer Hund mit aller Macht irgendwohin will, hält ihn auch kein Schmerzreiz mehr zurück. Da gilt dann das Argument, „am Geschirr kann ich ihn nicht halten“ nicht mehr.
Ganz abgesehen davon, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund nicht mehr zieht, wenn er dabei gewürgt wird, recht gering. Hunde haben keine Ahnung von der Wirkungsweise dieser Halsbänder. Sie wissen nicht, dass sie dem Würgen aus dem Weg gehen können, wenn sie näher am Leinenführer laufen.

 

Das Gleiche gilt für Stachelhalsbänder! Hier kommt zum Würgeeffekt auch noch der Schmerz der Stacheln hinzu.
Zudem stellen sich hierbei ganz schnell Fehlverknüpfungen ein!

Unser Hund zieht zu einem anderen Hund hin, rennt dabei natürlich in die Stacheln des Halsbandes. Wie groß ist die Chance, dass er daraus lernt, wenn er den anderen Hund nicht angreifen möchte, werden ihm auch keine Schmerzen zugefügt? Sehr gering würde ich sagen.
Im Gegenteil, es ist doch viel wahrscheinlicher, dass er den Schmerz mit dem anderen Hund verknüpft. Immerhin ist sein gesamter Fokus auf diesen anderen Hund gerichtet, während ihm die Schmerzen zugefügt werden! Was ist dementsprechend seine Intention bei fremden Hunde? Richtig, er hat doch recht, diese vertreiben zu wollen, denn jedes Mal, wenn ein anderer Hund auftaucht, zu dem er hin möchte, erfährt er einen schmerzhaften Ruck am Hals.

Und was soll es bewirken, dem jagenden Hund einen Stromschlag zu versetzten?        Vielleicht läuft er tatsächlich vor lauter Schreck und Schmerz zurück zu Herrchen oder Frauchen, er weiß ja nicht, dass die diejenigen waren, die ihm den Schmerz zugefügt haben!

Es kann aber auch sein, dass er dann völlig Plan- und Kopflos erst Recht fortläuft.

In dem Moment, wo der Stromschlag kommt, könnte es aber auch sein, dass der Hund sowieso gerade die Jagd abbrechen wollte und wird dann durch den Stromschlag für den guten Willen bestraft.

 

Für das Sprühhalsband gelten ähnliche Faktoren, wie beim Elektroschocker.

Wer glaubt, einen Hund, der Besuch vertreiben oder melden will, indem er ihn anbellt, dieses Bellen mit Schreckreizen auszutreiben, bastelt sich nur einen dauergestressten Hund.

 

Bieten wir der Hilflosigkeit doch einfach mal die Stirn!
Zunächst verbannen wir all die ach so tollen „Erziehungshilfen“ in die nächst beste Mülltonne (oder wenigstens in einen Karton und den dann ins hinterste Eck ganz tief unten im Keller)!

Dann machen wir uns schlau über ein Training mit positiver Verstärkung.

Vieles können wir uns durch gute Literatur und im Internet selbst aneignen, aber, wenn es schon so weit ist, dass wir uns gezwungen fühlten, zu so drastischen Maßnahmen, wie beschrieben, zu greifen, ist es sicherlich besser, wir suchen uns einen positiv arbeitenden Trainer aus der „Trainieren statt Dominieren“-Liste.

Den Link dazu findet ihr am Ende des Berichtes.

Bis zum ersten Termin mit diesem Trainer machen wir uns Gedanken, was wir uns genau wünschen.

Und damit meine ich jetzt nicht „Ich will, dass mein Hund nicht mehr an der Leine zieht!“

Wie wäre es mal, bereits bei den Wünschen mit dem positiven Denken zu beginnen? Dann könnte unser Wunsch so aussehen:

„Ich wünsche mir einen Hund, mit dem das Training wieder Spaß macht und der gerne und zuverlässig meine Signale ausführt.“

Ein TsD Trainer ist zwar keine Fee, die Wünsche erfüllt, aber es lohnt sich! Ihr werdet sehr schnell feststellen, dass ihr genau diesen Hund, den ihr euch wünscht, bereits jetzt an eurer Seite habt!

Wenn ihr Fragen zum Training habt, kommt gerne in die kostenlose Facebook Gruppe „Training für Mensch und Hund“:

https://www.facebook.com/groups/720463771417485

https://www.trainieren-statt-dominieren.de/trainer-umkreissuche

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